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Im Schloss Welda floss sanft die Stille

Lesung und Konzert im Rahmen von »Wege durch das Land«

Welda (tab). Das Schloss Welda hat am Pfingstwochenende aufgrund des großen Besucherinteresses gleich dreimal seine Pforten für eine Lesung und ein Konzert geöffnet.Der serbische Autor Dragan Aleksic, Schauspieler Bernt Hahn und das Kölner Streichsextett traten dort im Rahmen der Veranstaltungsreihe »Wege durch das Land« auf. Hunderte Besucher aus ganz Deutschland erlebten im Spiegelsaal des im Jahr 1735 erbauten Schlosses eine bunte Mischung aus Prosatexten, Gedichten, literarischen Miniaturen, Landschaftsbeschreibungen und klassischer Musik. Das Motto lautete »Lasst sanfte Stille fließen, mit Musik vermengt!«

Schriftsteller Dragan Aleksic trug Passagen aus dem Prosaband »Vorvorgestern – Geschichten, die vom Glück handeln« vor. In seinen wehmütigen und melancholischen Erzählungen stellt er anhand von 65 Kurzdarstellungen die verlorene Zeit der Kindheit dar. Seine Geschichten schildern das Leben auf dem serbischen Land in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Die deutsche Übersetzung lasen Mirjana und Klaus Wittmann.

Der Vortrag von Bernt Hahn führte die Zuhörerschaft zunächst in die irische Landschaft. Er erzählte in Gedichten von William Butler Yeats (Nobelpreisträger von 1923) von der Heimat, dem Landleben, den Sitten und Gebräuchen sowie dem Aberglauben auf der Insel der Fluten und ließ so ein anschauliches, hochkomplexes Bild entstehen. Weiterer Inhalt seines Beitrages waren literarische Landschaftsimpressionen, denen sich einst auch die ehemalige Besitzerin des Schlosses Welda, Ferdinande von Brackel, gewidmet hatte. Bernt Hahn trug die von ihr niedergeschriebenen Landschaftsschilderungen über das anmutige Tal der Twiste vor.

Für die musikalische Unterhaltung sorgte das »Kölner Streichsextett«. Die solistisch erfahrenen Mitglieder des international besetzten Ensembles brachten Werke aus Kurt Hopsteins »Vergessene Gärten« aus dem Jahr 1993 und Ludwig van Beethovens »Pastorale« zu Gehör.

Westfalen-Blatt

...."Wege durch das Land" Bilder!




Ein Paganini der Balalaika im Spiegelsaal

Moskauer Virtuose Andreij Gorbatschow vom Publikum in Welda frenetisch gefeiert

Von Burkhard Battran

Welda. Die Dreieckslaute Balalaika ist das Nationalinstrument der russischen Folklore. Mit ihr verbinden sich Patriotismus und kulturelle Identität. Das hat auch immer schon Komponisten auf den Plan gerufen, die die Balalaika als Soloinstrument in den Olymp der ernsten Klassik erhoben haben. Auch wenn Pavel Necheporenko (1916-2009), Alexander Schalow (1925-1999) oder Efrem Podgaits (61) bei uns weitgehend unbekannt sind.


Am Sonntag war auf Schloss Welda beim ersten Konzert im neuen Jahr Gelegenheit zu einer Begegnung mit einer gleichermaßen bekannten wie auch exotischen Musikkultur. Mit Professor Andreij Gorbatschow (40) aus Moskau stand gewissermaßen der Paganini der Balalaika auf der Bühne im ausverkauften Weldaer Spiegelsaal. Und der Vergleich mit dem Teufelsgeiger ist gar nicht so weit weg, denn eine Balalaika, das ist ein bisschen wie eine Geige ohne Bogen zu spielen.


"Sicherlich ist der Ton der Balalaika von Natur aus sehr kurz, aber wie haben spezielle Techniken im Ausdruck und der Tongestaltung entwickelt", erklärt Balalaika-Virtuose Gorbatschow. Schneller Anschlag und ein flirrendes Vibrato sind die Hauptelemente des Balalaikaspiels, das Andreij Gorbatschow meisterhaft beherrscht.

Am Klavier begleitet von dem Aschaffenburger Pianisten Lothar Freund (48) präsentierte Gorbatschow im Schwerpunkt Originalwerke des 20. Jahrhunderts. Das hat seinen Grund, denn das 20. Jahrhundert ist nicht zuletzt politisch bedingt die Blütezeit der Balalaika in der klassischen russischen Musikgeschichte.

Die Werke muten mitunter etwas rustikal an. Es gibt große Anlehnungen an die Folklore, aber es wird auch mit modernen Formen der Atonalität und Disharmonie gespielt. Insbesondere die Übertragung des zerbrechlich zarten Klangcharakters der Balalaika auf die zum Teil brachiale Tonsprache der Moderne stellt Komponisten wie Solisten vor große Herausforderungen - aber mit äußerst interessanten Ergebnissen, wie die Zuhörer in Welda selbst feststellen konnten. Um solche Werke überhaupt spielen zu können, reicht eine traditionelle Balalaika nicht aus. Da bedarf es schon einer aufwändig konstruierten Konzertbalalaika.

"Meine Balalaika hat der Moskauer Instrumentenbauer Mark Alexandrovich Kupfer speziell für mich angefertigt. Sie hat zwar auch nur drei Saiten, aber dennoch einen wesentlich größeren Tonumfang, und unter der Decke gibt es besondere Verstrebungen zur Klangverstärkung", erläutert Gorbatschow. Im Vergleich zu anderen Instrumentengruppen ist so eine Meister-Balalaika mit 5.000 Euro vergleichsweise preiswert. Und es gibt noch eine Besonderheit, die nur eine Kupfer-Balalaika aufweist: "Das Metall für die Bundstäbchen stammt aus dem Helikopterbau, und obwohl ich dieses Instrument schon 18 Jahre spiele, gibt es keinerlei Abnutzungsspuren", verrät Gorbatschow.

Beim Weldaer Publikum kam die Reise in die konzertante Welt der Balalaika hervorragend an. Mit frenetischem Applaus und lautstarken Bravo-Rufen wurden die Künstler gefeiert.

Neue Westfälische



In der Romantik bestens daheim

Pianist Vadim Chaimovich brilliert in Welda

Von Burkhard Battran

Welda (bat). Es mischten sich sogar vereinzelte enthusiastische Bravo-Rufe in den stürmischen Schlussapplaus zur Klaviersoiree mit dem aus Litauen stammenden Frankfurter Pianisten Vadim Chaimovich (31). Anlässlich des "Tags des offenen Denkmals" hatte das Konzert im historischen Spiegelsaal von Schloss Welda stattgefunden.
Es waren vor allem Carl Czernys Variationen über Schuberts "Sehnsuchtswalzer", die das Publikum im ausverkauften Spiegelsaal in Welda überzeugten. Virtuos, mit Spannung und Ausdruckskraft, zeigte Chaimovich, dass er sich in der Romantik bestens zuhause fühlt. Der Name des österreichischen Komponisten ziert nicht allzu oft die Programmhefte von Klavierkonzerten. Er ist auch nicht gerade leicht zu spielen. Etwas leichter als Czerny und in diesem Jahr besonders häufig zu hören sind dagegen Mendelssohns "Lieder ohne Worte". Auch Chaimovich erinnerte in Welda mit einem meisterhaften "Duetto" an den 200. Geburtstag des deutschen Romantikers.

Aber es gibt noch ein anderes Datum, an das sich die Musikwelt in diesem Jahr erinnert. Es ist Haydns 200. Todestag. Chaimovich zelebrierte Haydn gleich mit zwei Werken: Den Sonaten in G-Dur und E-Dur.

Vor allem das Adagio der G-Dur Sonate gestaltete Chaimovich höchst gefühlvoll in einer fast schon Schubertschen Tiefe, wie man sie kaum von eine Haydn-Sonate erwarten würde. Mit dem Adagio baute Chaimovich geschickt eine goldene Brücke zum romantischen Hauptteil seines Konzerts. Expressivität in Verbindung mit großer Leichtigkeit zeichneten Chaimovichs Spiel in Welda aus.

Der Preisträger mehrerer internationaler Wettbewerbe erweckte in keiner Weise den Eindruck, an seine Grenzen zu stoßen. Geradezu lässig meisterte Chaimovich auch die virtuosesten Passagen, ohne es an Respekt vor dem Werk mangeln zu lassen, was vor allem in den gefühlvollen langsamen Sätzen deutlich wurde. Nur Gutes hatte Vadim Chaimovich auch über den kleinen 1900 erbauten Schiedmayer-Salonflügel zu sagen: "Ein echtes Goldstück, dieses Instrument ist wirklich etwas ganz Besonderes."

Neue Westfälische



Grandios, einzigartig, fantastisch

Außergewöhnliches Konzert des brasilianischen Pianisten Sergio Monteiro im Schloss Welda

Von Mario Gerwig
 

Welda. Grandios war es, was der brasilianische Pianist Sergio Monteiro am Sonntagmorgen im Spiegelsaal des Schloss Welda ablieferte. Der kleine, 34-jährige Klaviervirtuose spielte sich einmal quer durch die Epochen und bewies, dass er es mit jedem Stil problemlos auf­nehmen kann.

Sergio Monteiro - ein Name, der in den nächsten Jahren für Aufsehen in der Musikszene sor­gen wird. 2003 erschien er als neuer Star am internationalen Klaviermusikhimmel, als er zum insgesamt 30. Mal bei ei­nem Klavierwettbewerb den ers­ten Platz belegte. Seitdem tourt der 1974 in Niteroi, Brasilien, ge­borene Pianist fast pausenlos durch Südamerika und Europa.
In Welda begann er die Matinee mit drei Sonaten des barocken italienischen Komponisten Do­menico Scarlatti. Schon hier be­wies er sein außergewöhnliches Einfühlungsvermögen und sein enormes Gefühl für Musikalität. Es folgte die bekannte romanti­sche Sonate op. 27 von Ludwig van Beethoven. In die Musik des ersten Satzes, das Adagio soste­nuto, legte er unglaublich viel Gefühl - es schien, als hätten am Ende bei Monteiro selbst Trä­nen in den Augen gestanden.
Völlig anders hingegen das Al­legretto des zweiten Satzes: Be­schwingt, flott und elegant flo­gen seine Finger über die schwarz-weißen Tasten des Flü­gels. Seine fast schon verkrampft wirkende Fingerhaltung aller­dings ist wahrlich unorthodox: Niemals legt er alle Finger einer
Hand auf die Tasten. Nur die, die gerade zum Spielen einer Pas­sage benötigt werden, berühren die Klaviatur, die restlichen hän­gen frei in der Luft - doch wer­den sie benötigt, fliegen sie blitz­schnell an den ihnen angedach­ten Ort.

Komposition als Hommage an die „Familie eines Kindes"

Was sich daraus ergibt, ist ein selten erlebter Hörgenuss, ein blitzsauberes Spiel, eine atembe­raubende Technik und eine schier nicht enden wollende Spielfreude. Dass sich der Pia­nist, dessen bisherige Karriere sich liest wie die eines alten, er­fahrenen Meisters, auch an mo­derne Kompositionen wagt, be­wies er mit dem folgenden drei Etuden von Henrique Oswald, einem eher unbekannten, brasi­lianischen Komponisten des 19. Jahrhunderts. Besonders beein­druckend aber war das letzte Stück der Matinee, die Nr. 2 aus dem „Prole do Bebe" von Heitor Villa-Lobos, einem im Gegen­satz zu Oswald sehr bekannten brasilianischen Komponisten.
Villa-Lobos schuf in dieser neunteiligen Komposition eine Hommage an die „Familie eines Kindes", so die Übersetzung. Monteiro präsentierte den 15 Minuten dauernden zweiten Teil der Komposition - gran­dios, diesem Mann liegt einfach alles. Dem ohnehin schon außer­gewöhnlichen Konzert setzte er damit die musikalische Krone auf. Drei Zugaben musste er an­schließend geben, und noch drei­mal ließ er weitere Villa-Lobos­Werke erklingen.

Neue Westfälische



Perfekte musikalische Einheit

Enos-Trio gibt im Spiegelsaal des Schloss Welda ein atemberaubendes Konzert

Von Mario Gerwig

Welda. Die Auswahl der Stücke war gewagt - doch die Musik war erstklassig, das Zusammenspiel atemberaubend. Das Enos-Trio, bestehend aus Pianistin Lynn Kao, Violinistin Katalin Hercegh und Cellist Daniel Geiss bot gestern morgen im Spiegelsaal von Schloss Welda ein hinreißendes Konzert.

Pianistin Lynn Kao wurde in Taiwan geboren, gewann dort zahlreiche Wettbewerbe, bevor sie mit namhaften Orchestern durch die USA tourte.
Heute lehrt sie unter anderem an den beiden besten deutschen Musikhochschulen, der Folkwang-Hochschule Essen sowie der Hochschule für Musik Köln.

Violinistin Katalin Hercegh wurde in Ungarn geboren und emigrierte im Alter von sechs Jahren mit ihren Eltern nach Finnland. Ihre musikalischen Studien vervollständigte sie in Helsinki, Freiburg und Lübeck. Seit 2004 ist sie Konzertmeisterin im Staatsorchester Kassel.

Cellist Daniel Geiss wurde in Essen geboren. Mit 17 Jahren wurde er neben seiner schulischen Ausbildung Jungstudent an der Musikhochschule in Hannover. Nach einer ausgiebigen USA-Tour mit dem britischen Violinisten Nigel Kennedy schloss er seine Studien an der Musikhochschule in Köln ab. Zur Zeit ist er stellvertretender Solocellist am Staatstheater Wiesbaden sowie Dozent beim Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz. Zusammen bilden sie das Enos-Trio. Ein Trio mit Musikern aus sehr unterschiedlichen Kulturkreisen, das sich zur Aufgabe gemacht hat, "kulturelle und instrumentale Gegensätze zu verbinden", so die Musiker. Mit den kulturellen Gegensätzen klappt das offensichtlich, und mit den instrumentalen erst recht. Die Musik an diesem Morgen hätte unterschiedlicher kaum sein können.

Eröffnet wurde das Konzert mit dem Klaviertrio in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart ganz klassisch - und vom ersten Ton an war die ungeheure Spielfreude der drei nicht zu überhören und zu übersehen. Sie spielen die wahrlich anspruchsvolle Musik nicht nur, sie leben sie mit ihrem ganzen Körper. Kurze, schnelle Blicke untereinander sorgen für die nötige Abstimmung, jeder für sich brilliert auf seinem Instrument - was dabei herauskommt ist atemberaubend.

Fulminanter Abschluss mit einem Stück des argentinischen Bandoneonspielers Piazolla
Ein musikalisches Gesamtkunstwerk, in dem Lynn Kao, Katalin Hercegh und Daniel Geiss mehr und mehr miteinander zu einer Einheit verschmelzen. Gleiches geschah im zweiten Stück der Matinee, dem Trio in d-moll der englischen Komponistin Ethel Smyth, deren Werke keineswegs zum Standardrepertoire von Konzerthäusern und Opernbühnen gehören, obwohl ihre romantisch angehauchte Musik des frühen 19. Jahrhunderts durchaus mit der ihrer männlichen Zeitgenossen, wie beispielsweise Johannes Brahms, vergleichbar ist.
Von Brahms stammte das dritte Stück an diesem Morgen, das Klaviertrio Nr. 1 H-Dur. Den überraschenden Abschluss der Matinee bescherte ein Stück des argentinischen Bandoneon-Spielers Astor Piazzolla, der als Begründer des Tango Nuevo gilt und den klassischen Tango mit Mitteln des Jazz’ sowie nach den Vorbildern Bela Bartóks und Igor Strawinskijs ausweitete - es war ein fulminanter Abschluss eines wirklich atemberaubenden Konzertereignisses.

Enos: Ein einmaliges Trio, welches mit der schier nicht enden wollender Spielfreude einen fantastisches Gastspiel in Welda gab und fast mühelos Musik aus unterschiedlichen Regionen der Erde sowie verschiedenen musikalischen Epochen zusammen brachte.

Übrigens: Enos ist altgriechisch und heißt auf deutsch Einheit.

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IMMER LIVE DABEI

Spiegelsaal - Matineen werden professionell mitgeschnitten

Von Burkhard Battran

Welda. Schloss Welda, das könnte schon bald ein Synonym für herausragende Klassik-Kammerkonzerte sein. Seit zwei Jahren werden die Sonntagsmatineen auf Schloss Welda professionell mitgeschnitten. Jetzt ist die erste Live-CD eines dieser Konzerte fertig.

Es ist das Konzert des Duo Recital vom September 2006. "Eine große Plattenfirma hat Interesse gezeigt, die Aufnahme international zu vertreiben", sagt Diplom-Toningenieur Gerald Geyer (41) aus Trendelburg, der die Konzerte mit professioneller Studiotechnik mitschneidet.

Ob mit oder ohne großen Plattendeal, die beliebten Matinee-Konzerte werden auch im nächsten Jahr fortgesetzt. "Bis 2009 werden wir in jedem Fall Konzerte veranstalten, die Idee mit den Tonaufnahmen kam uns, weil wir häufig angesprochen wurden, dass es schade sei, dass man die Konzerte nicht mit nach Hause tragen kann", erklärt Schlossherrin und Kulturveranstalterin Brigitte Fauerbach.

Aufnahmen mit dem Kasseler Dejean-Quartett

Auch das diesjährige Abschlusskonzert hat Tonmeister Gerald Geyer wieder live aufgenommen. Für das Publikum blieb der Tonmeister auch diesmal unsichtbar. Gerald Geyer sitzt mit Computer und Aufnahmetechnik im kleinen Zimmer hinter dem Spiegelsaal.
Seine Mikrofontechnik war diesmal jedoch unübersehbar. Um die vier Musiker des Kasseler Dejean-Quartetts in optimaler Tonqualität wiedergeben zu können, hatte Geyer drei kleine Richtmikrofone vor den Musikern und ein kugelförmiges Handball großes sogenanntes Surround-Mikrofon an einem hohen Galgenständer über dem Quartett platziert.
Das Konzert sollte schon begonnen haben, da schafften die Helfer noch immer Stühle herbei. Die Besuchernachfrage war auch am Sonntag enorm groß. Schließlich musizierte nicht irgendwer. Im Dejean-Quartett haben sich vier führende Musiker des Kasseler Staatstheaters zusammengeschlossen.

Überrascht über die Technik im Schloss

Mit dem Flötisten Ullrich Pühn (49) widmen sich die Streicher Helmut Simon (27, Violine), Joachim Schwarz (29, Bratsche) und Cellist Cornelius Schmaderer (50) Originalliteratur und Bearbeitungen für diese Quartett-Besetzung. "Wir waren auch ein bisschen überrascht, die Technik hier vorzufinden, es kann uns aber nur ein Ansporn sein", sagte Cellist Schmaderer.
Mit dem Allegro und den Variationen aus Mozarts C-Dur-Quartett (KV Anh. 171) zeigte das Ensemble gleich zur Eröffnung des morgendlichen Konzerts, was man unter einem harmonischen Führungswechsel versteht. Elegant und wie aus einem Guss navigierte das Quartett durch die Klippen der Variationen hin zu dem virtuosen Finale.
Wo mit Mozart begonnen wird, ist oft Ferdinand Ries nicht weit. Als Komponist vielleicht weniger begnadet als Mozart aber als Arrangeur zählt der Beethoven-Schüler bis heute zu den größten Genies. Das beweist vor allem sein mit Raffinements und stilistischen Finessen gespicktes d-moll-Quartett (WoO 53,1).
Wie die kurzen schnellen Pässe von Basketballern spielen sich die Musiker die Bälle zu. Die Kunst ist, das richtige Tempo so mitzugehen, dass man immer schon da ist, wenn der Ball kommt. Scheinbar mühelos löste das Dejean-Quartett im Spiegelsaal von Schloss-Welda diese virtuose Herausforderung. Wie gut das Gerald Geyer das mitgeschnitten hat.

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ROMANTISCHES IM SPIEGELSAAL

Klaviertrio Würzburg gastiert in Welda

Das "Klaviertrio Würzburg", bestehend aus Katharina Cording (Violine), Peer-Christoph Pulc (Violoncello) und Karla-Maria Cording (Klavier, v. l.) beim Konzert am Sonntagmorgen im Spiegelsaal des Schloss Welda.(FOTO MARIO GERWIG)



DAS PUBLIKUM VERZAUBERT

Der brasilianische Konzertpianist Sergio Monteiro erfüllt bei der Weldaer Sonntagsmatinee höchste Ansprüche

Von Burkhard Battran

Welda. Atemlose Stille, dann bricht stürmischer Applaus los, der erst endet, als Sergio Monteiro (32) am Sonntag nach drei Zugaben den fast restlos ausverkauften Spiegelsaal von Schloss Welda bei Warburg verlässt. Der aus Brasilien stammende junge Konzertpianist wird als große musikalische Hoffnung gehandelt. Bei der Weldaer Konzertmatinee wurde der seit einem Jahr imschweizerischen Luzern beheimatete Künstler den Vorschusslorbeeren in jeder Weise gerecht. „Es setzt einen schon etwas unter Druck, wenn so viel von einem erwartet wird, aber ich denke da einfach nicht drüber nach, denn sonst würde ich mich nur blockieren. Ich gehe raus auf die Bühne und habe Freude am Spielen, das ist das Wichtigste“, erläutert der Künstler im Gespräch mit der Westfälischen. Mit drei Jahren hat Monteiro mit dem Klavierspiel begonnen. „Meine Mutter ist Pianistin und ich habe ihr von klein auf zugehört und bin so dann selbst zum Spiel gekommen“, erzählt der Konzertpianist. Sergio Monteiro zeigte in Welda nicht nur internationale Weltklasse klaviertechnischer Virtuosität, er verzauberte das Publikumauchmit kompositorischen Genüssen.
Monteiro eröffnete die Matinee mit einer Homage an seine brasilianische Heimat. Heitor Villa-Lobos’ (1887–1959), der sich zeitlebens gern als „Urwaldvogel vom Amazonas“ bezeichnet hat, ist der wohl bekannteste Komponist Brasiliens. Insbesondere seine sogenannten „Bachianas Brasileiras“ und sein „Kinderkarneval” haben ihn weltberühmtgemacht. In Europa nur wenig bekannt jedoch ist seine wohl schönste Klavierkomposition „A Prole do Bébés“ – die Familie der Babys. „Artur Rubinstein hat 1922 das Werk in Rio de Janeiro uraufgeführt, ein wunderbarer lyrischer Klavierzyklus, den Villa-Lobos ursprünglich für seine Tochter komponiert hat. Ich besitze eine Aufnahme Rubinsteins von diesem Werk“, erzählt Sergio Monteiro. Die Komposition besteht aus acht Sätzen, die jeweils einem bestimmten Puppentypus gewidmet sind. Die Sätze sind überschrieben mit Porzellanpüppchen, Papierpüppchen, Tonpuppe,Gummipuppe,Holzpuppe, Flickenpuppe, Kaspar und Hexe. Man spürte: Dieses Werk gehört zu Monteiro, ist ganz seins, und kein Pianist der Welt hat es sich so zu eigen gemacht wie Sergio Monteiro. Mitunter übergangslos fegte der Brasilianer durch die acht Sätze wie durch drei. Europäischen Hörgewohnheiten geläufiger ist da schon Beethovens große Klaviersonate Nr. 29 B-Dur Opus 106, besser bekannt als „Hammerklavier“. Das Werk gilt als Beethovens größte und schwierigste Klavierkomposition und zählt zu den Hauptwerken der Sonaten- Kompositionsform. „Ich liebe vor allem den dritten, langsamen Satz“, sagt Monteiro über das „Adagio sostenuto“.

Insbesondere aber den zweiten Satz, das Scherzo, spielte Monteiro mit einer Wucht, dass der Schiedmayer-Flügel auf seinen gläsernen Unterleg-Platten zu ruckeln begann. Eine Matinee ist ein Konzert am Morgen. Das ist nicht Sache eines jeden Künstlers. „Ich gebe zu, ich persönlich spiele nachmittags am liebsten, das ist meine ideale Tageszeit. Und das Hammerklavier am Vormittag ist eine Herausforderung an den Pianisten wie auch an das Publikum“, sagt Monteiro. Beide haben in Welda die Herausforderung erfolgreich angenommen.               

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KLEINE DOMRA GROSSER KLANG

Natalia Anchutina zu Gast im Schloss Welda

Von Andreas Block

Premiere für Natalia Anchutina : Die Russin spielte zum ersten mal überhaupt in Deutschland . Und wie: Auf ihrer unscheinbaren Domra, einem traditionellen russischen Zupfinstrument, brachte Sie den Konzertsaal im Schloss Welda zum Vibrieren.
In Russland ist Anchutina schon lange regelmäßiger TV-Gast. Mit Lothar Freund, der sie am Klavier begleitet, traut sie sich nun auch auf die deutsche Bühne. Rund 100 Gäste im Weldaer Schloss waren gespannt auf die Profi-Musikerin- und auf ihre Domra. Die sieht aus wie eine Balalaika, das klassische russische Volksinstrument. "Die Domra ist die Mutter der Balalaika" erklärte Lothar Freund zwischen zwei Stücken. Im Mittelalter sehr beliebt , geriet die Domra bald in Vergessenheit und wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts rekonstruiert.
Das Repertoire der Musiker ist groß: Anchutina und Freund spielen erst klassische Werke wie Niccolo Paganinis "Romanze". Nach der Pause wird es zeitgenössisch: Es folgten drei Werke des russischen Domra-Musikers Alexander Tsygankov.
"Unglaublich" tuschelten einige Zuschauer immer wieder während des Beifalls. So fängt das Konzertjahr 2007 in Welda gut an.
Mit der Nasenspitze oft nur Millimeter über dem Instrument: Natalia Anchutinas Spielweise ist ebenso spektakulär wie die stücke, die sie präsentiert. Ihre Finger rasen über die Saiten der Domra. Die Anstrengung ist ihr dabei manchmal anzusehen - die Musik schwebt trotzdem federleicht durch den Raum.

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VIRTUOSES SPIEL AUF DER DOMRA BEZAUBERTE

Von Silke Freudenstein

Welda (sf). Mit der Domraspielerin Natalia Anchutina konnte wieder eine hochkarätige Virtuosin für das Neujahrskonzert  im voll besetzten Spiegelsaal des Schlosses Welda gewonnen werden.
Die Domra ist ein viersaitiges Zupfinstrument . Ihr meist heller, trockener Klang ähnelt der bei uns viel bekannteren Balalaika , jedoch sind Tonumfang und Klangmöglichkeiten wesentlich breiter. Natalia Anchutina beeindruckte die Zuhörer zutiefst mit den unterschiedlichsten Musikrichtungen und Stimmungen, die sie aus ihrer Domra mal lockte, mal ihr mühevoll abrang.
Die meisten ihrer ausgewählten Stücke waren ausserordentlich anspruchsvoll, wie "La Folia" von Arcangelo Corelli sowie "La Campangnello" und eine "Romanze" von Niccolo Paganini. Die Werke waren für die Domra mit Klavierbegleitung bearbeitet worden.
Überwiegend hatte Natalia Anchutina jedoch romantische oder moderne Stücke russischer Komponisten aus dem 20. Jahrhundert im Programm, nicht weniger anspruchsvoll als die der oben genannten Italiener. Meist enthielten sie auch Elemente der russischen Volksmusik - und in diesen Momenten wich die ernste Konzentration und Präzision der Russin plötzlich einer verschmitzten Offenheit und Freude, als fordere sie die Zuhörer augenblicklich zu Tanz und Ausgelassenheit auf.
Von Georgij Schenderjew (1937-1984) und Nikolaj Budaschkin (1910-1985) spielte Sie jeweils einige Sätze aus dem Konzert für Domra und Orchester. Auch der viel in Russland tätig gewesene Pole Henri Wieniawski (1835-1880) war mit einer "Fantasie Brilliante" über Themen aus der Oper Faust (von C. Gounoud) vertreten.
Natalia Anchutinas künstlerischer Maßstab  und liebster Komponist ist jedoch ihr älterer Kollege Alexander Tsygankov (geb. 1948), der "russische Paganini auf der Domra"). Von seinen für die Domra komponierten Stücken spielte Sie zwei "Capriccios im romantischen Stil", die "Introduktion und Tschardasch" sowie als Scherzlied "Dunja auf der Fähre".
Der sie begleitende deutsche Pianist Lothar Freund unterhielt die Zuhörer zwischen  den Stücken mit wunderbaren russischen Gedichten und Erläuterungen zum Instrument. Schriftlich erwähnt wurde die Domra zum ersten Mal vor knapp 500 Jahren und war in Russland zunächst bei den Gauklern und Spielleuten sehr verbreitet.   

Westfalen-Blatt



MITREIßEND UND BEWEGEND

Mozart - Konzert auf schloss Welda       

Von Julia Renner       

Zum letzten Konzert in diesem Jahr lud Familie Fauerbach am vergangenen Sonntag in das Schloss Welda ein. Das Weihnachtskonzert stand gänzlich unter dem Motto Mozart. Interpretiert und dargeboten wurden die Stücke des Musikgenies aus dem 18. Jahrhundert von Wolfgang Schneider (Klavier) und Peter Lichten (Geide).Auszüge der Sonaten Es-Dur für Violine und Klavier (KV 302), der Sonate G-Dur für Violine und Klavier (KV 301) sowie aus der Sonate e-Moll für Violine und (KV 304) stimmten die Musiker in gemütlicher Atmosphäre im Schloss an. Schneider, der aus Halle (Saale) stammt und der gebürtige Ukrainer Lichten setzten Mozarts Ideen gekonnt um. Manchmal schien es, als spielten sie gegeneinander an, dann wieder harmonierten die Klänge der beiden Instrumente perfekt. Im einen Moment kamen die Töne noch bedrohlich und tragisch daher, im nächsten wieder verspielt und romantisch, aber auf jeden Fall immer mitreißend und bewegend...................... Diese Vielfalt der klassischen Musikstücke nahmen die rund 100 Zuhörer teils wachsam lauschend, teils mit geschlossenen Augen, jedoch immer mit einem Lächeln auf den Lippen in sich auf. Ein rundum gelungenes Abschlusskonzert für das Jahr 2006. Die musikalischen Veranstaltungen werden im kommenden Jahr fortgesetzt, kündigte Brigitte Fauerbach bereits an. Ein besonderer Höhebunkt soll ein Konzert mit Klavier und Domra, einem alten russischen Zupfinstrument, im Februar sein.        

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KUNSTVOLLES PIANO-SPIEL OHNE EFFEKTHASCHEREI

Sonntagsmatinee im Schloss Welda begeisterte

Von Silke Freudenstein

Mit der Pianistin Rie Hosomi am Flügel und dem Cellisten Tatsuo Saito konnte die Familie Fauerbach wieder zwei hervorragende Interpreten klassischer Musik für eine ihrer aussergewöhnlichen Sonntagsmatineen im Schloss Welda gewinnen. Es blieben nur wenige Zuschauerplätze frei. Die beiden international bekannten japanischen Musiker Hosomi und Saito befinden sich zurzeit auf einer Konzertreise in Europa. Seit einem halben Jahr sind die beiden auch in Privatleben als Ehepaar aufeinander eingespielt. Für das Weldaer Konzert hatten sie unterschiedliche romantische Stücke für Klavier und Violoncello aus den vergangenen Jahren ausgewählt. Das Konzert begann mit einer Lyrik Suite von Lloyd Webber und der Sonate Nr. 1 von Saint-Saens; nach der Pause folgten drei kürzere Stücke von Sergej Rachmaninow. Im Anschluss dann der Höhepunkt des Konzerts, auf den sich die beiden Musiker sichtbar freuten, deren spannungsreiche treibende Darbietung zwischen Klassik und Jazz die Zuhörer mit >>Bravo !<< - Rufen belohnte: Die Stücke Michelangelo 70 und La Muerte del Angelo von Astor Piazolla, dem Erneuerer des argentinischen Tangos. Den Abschluss des Konzertes bildete das Adagio und Allegro op. 70 von Robert Schumann und als Zugabe die verhaltene Version eines bewegenden irischen Volksliedes. Einem Kasseler Klassikfan gefielen an Rie Hosomis Spielweise besonders die >>sanften Bewegungen<< der Pianistin auf den Tasten, dargeboten ohne Effekthascherei. Ihr Partner Tatsuo Saito am Violoncello konnte jeder Art von Gefühl und Tonfärbung scheinbar mühelos und natürlich auf seinem Violoncello ausdrücken. Musikalische Technik und Ausdruck waren bei beiden Interpreten tadellos. Ungestillt blieb an diesem Morgen nur die Neugier des Publikums auf einen japanische Komposition.

Tatsuo Saito (Violoncello) und Rie Hisomi schafften es bereits nach kurzer Zeit, die Zuhörer im Spielgelsaal des Schloss Welda in einen Zustand von Sentimentalität und Melancholie zu versetzen.
(FOTO MARIO GERWIG)

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KINO FÜR DIE OHREN

Opernsänger Prof. Ryszard Karczykowski in Welda

Von Mario Gerwig

Was hat der Mann für eine unglaubliche Stimme: Gestern morgen gab einer der herausragendsten Tenöre der heutigen Zeit, der polnische Opernsänger Prof. Ryszard Karczykowski, ein sensationelles Konzert im Spiegelsaal  von Schloss Welda. Begleitet wurde er vom Kasseler Pianisten Hellmuth Vivell. Die Sonne steht hoch am azurblauen Himmel, durch die Fenster des Saals fallen wärmende Sonnenstrahlen auf das massive Eichenparkett. Prof. Ryszard Karczykowski lehnt sich entspannt an den schwarzen Flügel, lauscht mit geschlossenen Augen dem gefühlvollen Klavierintro . Dann der Stimmeinsatz, zart und doch kräftig. Erstklassige Endungen, einwandfreie Tremoli. Hinzu kommen Mimik und Gestik, mit der Ryszard Karczykowski die Texte der Arien unterstreicht, und die den einmaligen Hörgenuss auch optisch zu einem Erlebnis werden lassen. Kino für die Ohren. Mal ein freundliches Lächeln, mal ein böser, ernster Blick. Ein kurzer Flirt mit dem Publikum nicht ausgeschlossen. Das Programm sehr viel versprechend:  Bizet, Mozart, Schumann, Tschaikowski, Verdi, Strauss, Liszt: Karczykowski und Vivell gaben die bekanntesten und herausragendsten Arien aus Oper und Operette zum besten……………………….
Am Ende des Neunzigminütigen Konzertes gab es für die Künstler zurecht stehende Ovationen.

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>> VOICE << BOT UNGEWOHNTE KLANGWELTEN
(sf)

Beeindruckendes Matinèekonzert im Spiegelsaal von Schloss Welda

Im lichtdurchfluteten Spiegelsaal des Weldaer Schlosses bot das Frankfurter Arcas Ensemble vor etwa 100 Zuhörern ein sehr interessantes Matinèekonzert mit Kammermusikstücken von vier höchst unterschiedlichen Komponisten. Den Anfang machte die beeindruckende Flötistin Betty Nieswand mit dem für klassikgewohnte westliche Ohren ungewöhnlichen Stück >>Voice<< für Flöte solo des avantgardistischen japanischen Komponisten Toru Takemitsu (1930-96).
.........Zusammen mit der Pianistin Yucki Takada führte die Flötistin anschliessend die D-dur Sonate op. 94 für Flöte und Klavier von Sergey Prokofjew (1891-1953) auf. Diese Sonate gehört zu Prokofjews weniger kompliziertem lyrischen Spätwerk und vermittelt bildreich die wechselnden Stimmungen von Zweifel und Resignation wie auch überschäumender Lebensfreude. Ihre schnellen wunderbaren Melodien spielte Betty Nieswand mit leichter Hand und ohne lang im Tragischen zu verweilen.
.......... Nach der Pause erschien der vielfach ausgezeichnete Cellist Claudius Lepetit und interpretierte die Suite für Violoncello solo von Gaspar Cassadò (1987-1966). Der berühmte spanische Cellist und Komponist Cassadò vereinte in diesem Werk volkstümliche spanische Melodien mit klassischen Harmonien und Dissonanzen, dabei ging es bis an die Grenzen der Spielbarkeit. Diese Paradestück eines Cellisten meisterte Claudius Lepetit mit Bravour. Seine grosse Präzision und die Intensität der Darstellung wurde ihm vom Publikum mit lang anhaltendem Applaus vergolten.
...........Für den langen Schlussapplaus wurde das Publikum mit einer Wiederholung des Rondos Belohnt.

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LEIDENSCHAFT UND MELANCHOLIE

Das Duo "Tango Danzarin" brilliert mit klassischem Tango auf Schloss Welda

Von Burkhard Battran

Welda. Mit dem Tango ist es wie mit dem Blues. Größtes technisches Vermögen und Virtuosität sind wertlos, wenn das Feeling fehlt. Das Berliner Duo "Tango Danzarin", bestehend aus dem aus Sao Paulo stammendem Ludger Ferreiro und der in Osnabrück geborenen Violinistin Ulrike Dinter , das am Sonntag ein temperamentvolles Konzert mit klassischer Tangomusik im gut besuchten Spiegelsaal von Schloss Welda gab, bewies ein grosses Gefühl für den Tango.
......... Pianist Ludger Ferreiro stand dabei vor allem für die Leidenschaft. In seiner Klavierbegleitung bestach er durch ein rasantes Wechselspiel, in dem sich Elemente des Free – Jazz wiederfanden wie auch der klassischen Zwölftonmusik ohne dabei jemals das Fundament des Tango zu verlassen.
Violinistin Ulrike Dinter war die personifizierte Melancholie des Tango. Selbst virtuoseste Passagen meisterte sie mit einer spielerischen Leichtigkeit, bei der immer das klagende Lamento ihres Violintons in Vordergrund stand................

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EINE MATINEE DER GROSSEN GEFÜHLE

Die schöne Müllerin in Welda

Welda. Es war ein Morgen voller Gefühle, den Thomas Wiegand (Gesang) und Helmuth Vivell (Klavier) im Barockschloss Welda darboten. Im wundervollen Ambiente des Stucksaals gab es >>Die schöne Müllerin<< von Franz Schubert.
Die Geschichte von der Liebe eines Müllerburschen endet tragisch. Dem Bassisten Thomas Wiegand gelang es vorzüglich, den dramatischen Bogen von der ersten Verliebtheit hin zum Freitod des Gesellen zu spannen. Seine sonore Stimme begeisterte die rund 50 Zuhörer im Saal. Deutlich war ihm die Anspannung anzumerken, als der Sänger den Saal betrat. Es schien fast so als durchlebe er den Lebenszyklus einer unglücklichen Liebe selbst.
.......Helmuth Vivell hielt sich vornehm zurück und lies beide Parts ineinander verschmelzen............

Westfalen- Blatt



SCHLOSS- MUSIK OHNE PAUSE

"Trio Usignolo" begeistert mit Barockmusik im Weldaer Schloss

Von Burkhard Battran

Welda. Sie wollten dem Schloss Welda etwas zurückgeben. Erst im September hatte das "Trio Usignolo" hier seine neue CD aufgenommen. "Wir bedanken uns für die Rücksichtnahme bei den Aufnahmen", zwinkerte Gitarrist Peter Ernst zu Beginn des Konzertes am Sonntag.
Und sie gaben etwas zurück: Anderthalb Stunden bewegende Musik, mit Gesang in vier Sprachen.
Mal melancholisch, mal spritzig, mal besinnlich – die Klangteppiche der drei Profi- Musiker passten in die Vorweihnachtszeit.
........... Das abwechslungsreiche Querflötenspiel in Kombination mit dem Sopran- Gesang brachte die Luft zum vibrieren. Mehr als 70 Zuhörer dankten es dem Trio mit "Bravo" - Rufen. Nach der Weihnachtszugabe verabschiedeten sich die Drei endgültig von Welda..............

Neue Westfälische



FACETTENREICHES GASTSPIEL

Rie Hosomi aus Japan brilliert auf Schloss Welda

Von Burkhard Battran

Welda. Rie Hosomi aus dem Japanischen Osaka zählt zu den wenigen asiatischen Pianistinnen, die sich zwar der europäischen Klassik verschrieben haben, ohne ihren Lebensmittelpunkt der geografischen Herkunft ihres musikalischen Repertoires anzunähern.
............Ein traumwandlerisches Klavier- Solokonzert führte Rie Osomi gestern in den mit 100 Zuschauern gut besuchten Spiegelsaal von Schloss Welda..........

Neue Westfälische


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